GfZK

Nichtorte, Orte

07 Feb 2009 - 06 Feb 2010

Sammlungsausstellung 2009

07.02.2009 - 06.02.2010

Kuratiert von Conny Dietrich, Heidi Stecker

KünstlerInnen: Azra Akšamija, Sibylle Bergemann, Zdenko Bužek, Nathan Coley, Till Exit, Mirosław Filonek, Ian Hamilton Finlay, Günther Förg, Martin Greenhalgh, Eberhard Havekost, Werner Heldt, Johanna Kandl, Imi Knoebel, Hanno Otten, Blinky Palermo, Helga Paris, Inken Reinert, Peter Riedlinger, Merle Saß, Michael Scheffer, Ross Sinclair, Thomas Struth, Slaven Tolj

Eröffnung am 06-FEB-09, 19:00 Uhr

>Nichtorte, Orte< macht über eine europäische Perspektive auf künstlerische Positionen aufmerksam, die kritisch ihre Umwelt und historische Ereignisse hinterfragen sowie Auswirkungen von Wandlungsprozessen untersuchen. Die GfZK arbeitet von Beginn an mit vielen KünstlerInnen, die sich aus ihrer Perspektive mit der deutschen bzw. der europäischen und insbesondere der mittel-, ost- und südosteuropäischen Geschichte beschäftigen. Und aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte sowie ihres Ausstellungsprofils spiegelt sich der politische Umbruch 1989 in Mittelost-, Ost- und Südosteuropa in zahlreichen Werken der Sammlung der GfZK wider. Viele Arbeiten beziehen sich auf Orte – Landschaften, Städte, Gebäude, Straßen, Plätze und Denkmäler – und damit verbundene Ereignisse und Prozesse, die neuere und aktuelle deutsche und europäische Geschichte und Gegenwart berühren.
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Karl Schlögel: „Wir haben vor unseren Augen sogar Nichtorte, Orte, die wieder verschwunden, untergegangen sind, von denen nichts geblieben ist außer der Erinnerung an sie.“ (in: Im Raume lesen wir die Zeit. München 2003, S. 71). Für >Nichtorte, Orte< wurden Werke ausgewählt, in denen sich aktuelle künstlerische und gesellschaftliche Diskussionen bündeln, wie die Nutzungs- und Wahrnehmungsänderungen von Orten, Plätzen und Gebäuden sowie die Auseinandersetzung mit den ideellen, künstlerischen und baulichen Hinterlassenschaften der DDR und anderer Staaten des ehemaligen so genannten Ostblocks. Es werden Werke präsentiert, die auf alte und neue Denkmalskonzepte sowie auf traditionelle bildkünstlerische Gattungen und Genres wie das Wandbild im öffentlichen Raum oder das Schlachtenbild verweisen. Sie rufen Orte wie Berlin, Dubrovnik, Erfurt, Frankfurt/Main, Auschwitz, Halle/Saale, Hradec Králové (Königgrätz), Sarajevo und Zagreb auf. Einen Schwerpunkt bildet Leipzig, wo die Diskussionen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt u.a. an den städtebaulichen Änderungen am Augustusplatz und am Brühl kulminieren.
Mehrere Ebenen und Vermittlungsangebote wie das Ausstellungsdisplay, eine publizistische Wegeführung („Itinerar“), der Katalog im Rahmen des Sammlungskataloges der GfZK, Veranstaltungen und der Audioguide verknüpfen die künstlerischen Positionen mit gesellschaftspolitischen Fragen. Sie binden Orte, Nichtorte, ihre Geschichte und Gegenwart, politische Ereignisse und gegenwärtige Erfahrungen diskursiv zusammen.
In Kooperation mit: Kay Bachmann und Philipp Paulsen (Gestalter), Alexandra Kühnert und Lena Seik (Kunstvermittlerinnen/Pädagoginnen), Uwe Fischer (Musiker/Performer), Tristan Schulze (Film/Web), Katja Naumann (Historikerin), Christian Lotz (Historiker), Thomas Klemm (Kurator).
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
 

Tags: Sibylle Bergemann, Nathan Coley, Ian Hamilton Finlay, Günther Förg, Eberhard Havekost, Johanna Kandl, Imi Knoebel, Blinky Palermo, Helga Paris, Thomas Struth