Weserburg Museum für Moderne Kunst

Circus Wols

24 Feb - 28 May 2012

Tête fantastique, um 1936/37, Karin und Uwe Hollweg Sammlung, ©VG Bild-Kunst Bonn 2012
CIRCUS WOLS
Eine Hommage
24.02.2012 - 28.05.2012

Er zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts, doch kaum jemand kennt seinen Namen. Er gilt der Kunstgeschichte als Wegbereiter der Malerei des Informel und entzieht sich in der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Existenz doch jeder Kategorisierung. Er verlässt im Jahr 1932 als 19-Jähriger Deutschland, um in Paris am Puls der Kunst der Zeit zu sein. Er wird Teil der Pariser Bohème und bleibt doch immer ein großer Einzelgänger. Denn er kämpft zeitlebens um eine Existenz jenseits des Bürgerlichen und gerät dabei nicht zuletzt in die Wirren des nationalsozialistischen Krieges mit der Kultur Europas.

Alfred Otto Wolfgang Schulze, der sich seit 1937 WOLS nennt, ist eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts. Im engen Kontakt mit den großen Künstlern und Dichtern des Paris der 1930er Jahre beginnt er seine künstlerische Karriere als Autodidakt mit dem Medium der Photographie. Auf seinen photographischen Exkursionen setzt er das andere Paris ins Bild, indem er die kleinen Wunder, das Abseitige und Fremde jenseits der schillernden Fassaden fokussiert. Als er zu Beginn des II. Weltkrieges, als Deutscher in Frankreich, in unterschiedlichen Internierungslagern zubringen muss, beginnt er zu zeichnen. Es entstehen wundersame Aquarelle, die eine skurril-phantastische Bilderwelt der menschlichen Existenz entwerfen – es entsteht die Idee eines künstlerischen Gegenentwurfs zur Welt – der CIRCUS WOLS.

Eine der bedeutendsten Sammlungen des Werkes von WOLS befindet sich in Bremen in der Privatsammlung von Karin und Uwe Hollweg. Dieses herausragende Konvolut mit über dreißig Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensphasen und zwei Bildern wird, ergänzt durch Photographien von WOLS, zum Zentrum einer umfassenden Ausstellung, die von dem Künstler Olaf Metzel, dem die Weserburg im vergangenen Jahr eine große Einzelausstellung widmete, kuratiert wird. In einem künstlerischen Dialog werden die Werke von WOLS konfrontiert und parallel geführt mit Werken anderer bedeutender Künstler. Darunter u.a. James Ensor, László Moholy-Nagy, Marcel Broodthaers, Philip Guston, und Cy Twombly, aber auch Zeitgenossen wie Andreas Gursky, Sergej Jensen, Norbert Schwontkowski und Tatiana Trouvé.
Die Ausstellung, zu der ein Katalog mit Texten von Carsten Ahrens, Öyvind Fahlström, Olaf Metzel und Roberto Ohrt erscheint, wird großzügig unterstützt durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: WOLS•Antonin•Artaud•Alighiero Boetti •Louise Bourgeois•Marcel Broodthaers•André Butzer•Alexander Calder•George Condo•Bruce Conner•Constant•Anton Corbijn•Guy Debord•Marlene Dumas•James Ensor•Öyvind Fahlström•Jean Fautrier•Günther Förg•Alberto Giacometti•Nan Goldin•Andreas Gursky• Philip Guston•Raymond Hains•Andy Hope 1930•Axel Huber•Sergej Jensen•Asger Jorn•Martin Kippenberger•Paul Klee•Bernd Koberling •Addi Køpcke•Willem de Kooning•Zoe Leonard•Olaf Metzel•Henri Michaux•László Moholy-Nagy•Albert Oehlen•Roberto Ohrt•Blinky Palermo•Sigmar Polke•Dieter Roth•Eugen Schönebeck•Norbert Schwontkowski•Daniel Spoerri •Andrea Stappert•Paul Thek•Wolfgang Tillmans•Mark Tobey•Tatiana Trouvé•Cy Twombly•Umbo
 

Tags: Antonin Artaud, Alighiero Boëtti, Louise Bourgeois, Marcel Broodthaers, André Butzer, Alexander Calder, George Condo, Bruce Conner, Anton Corbijn, Guy Debord, Marlene Dumas, James Ensor, Öyvind Fahlström, Jean Fautrier, Günther Förg, Alberto Giacometti, Nan Goldin, Andreas Gursky, Philip Guston, Raymond Hains, Andy Hope 1930, Sergej Jensen, Asger Jorn, Martin Kippenberger, Paul Klee, Bernd Koberling, Willem de Kooning, Zoe Leonard, Olaf Metzel, Henri Michaux, Laszlo Moholy-Nagy, Albert Oehlen, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Dieter Roth, Eugen Schönebeck, Norbert Schwontkowski, Daniel Spoerri, Paul Thek, Wolfgang Tillmans, Tatiana Trouvé, Cy Twombly, Wols