Kunstverein Ludwigshafen

Klaus Lomnitzer

19 Nov 2011 - 29 Jan 2012

o.T.(swamp) 2010
aus der Serie [tswi:]
Acryl und Tusche auf PVC-Folie
100 x 140 cm
© Klaus Lomnitzer/VG Bild-Kunst, Bonn
KLAUS LOMNITZER
[tswi:]
19. November 2011 - 29. Januar 2012

Klaus Lomnitzers Malerei kreist stets um das Thema Landschaft. Ausgiebige Wanderungen werden zum Auslöser eines künstlerischen Transformationsprozesses, in welchem sich Natur- und Stadtraum wechselseitig durchdringen und sich zu makro- und mikrokosmischen Panoramen verdichten. Seit über zehn Jahren hat Klaus Lomnitzer die klassische Leinwand gegen eine transparente PVC-Folie ausgetauscht. Auf der angeschliffenen rückwärtigen Seite trägt er die leicht wässrige Acrylfarbe Schicht für Schicht auf und verleiht ihr dadurch einen matten, leicht milchig erscheinenden Schimmer.

Im Zentrum der Ausstellung steht die 2009 begonnene, über 50 Arbeiten umfassende Serie [tswi:]. Sie wird durch weitere Arbeiten aus der Serie „Varis“ ergänzt. Während bei [tswi:] der Bildträger nur aus einer PVC-Folie besteht, handelt es sich bei „Varis“ um mehrere, hintereinander gestaffelte und sich überlappende Folien, die eine ganz besondere Tiefenräumlichkeit erzeugen.

Klaus Lomnitzer spielt in seiner Malerei immer mit Ambivalenzen, er deutet an, lässt Vieles in der Schwebe, auch die Orientierung im Bildraum ist nicht immer eindeutig. Alles scheint in seinen menschenleeren Landschaften zu vibrieren, ist vom Werden und Vergehen bestimmt. Eine tiefdunkle Farbpalette mit schwarzgrauen und braunen, erdigen Tönen beherrscht die Serie [tswi:], in welcher weit verästelte Bäume auf dunklen Wiesen, wild wuchernde Gräser, schlanke, steil aufragende Schilfpflanzen, von Wolken verhangene Himmel, bedrohlich schwarze Vogelschwärme am Horizont und dünne Nebelschwaden zu sehen sind. Dazwischen immer wieder Wasser: ruhige oder fein gekräuselte Oberflächen, Unterwasserbilder mit Algen, Schlingpflanzen, Larven, Eiern und kaulquappenähnlichen Lebewesen.

Der Künstler selbst beschreibt den Entstehungsprozess seiner Bilder als Moment „zwischen Meditation, wissenschaftlicher Neugier, kindlicher Begeisterung und Staunen über das Leben.“ Seine Arbeiten sind von einer großen suggestiven Kraft und Intensität. Sie lassen den Betrachter staunend zurück. Überwältigend sind der Reichtum und die Fülle an Motiven, mit denen der Künstler selbst seine Sicht auf Naturphänomene immer wieder neu entdeckt.

Zum Künstler:

Klaus Lomnitzer, geboren 1970 in Marburg, lebt und arbeitet heute in Frankfurt am Main. Er hat von 1992-1999 Bildende Kunst an der Akademie für Bildende Kunst in Mainz und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität studiert. Seit 2007 hat er einen Lehrauftrag für Grafik und Malerei am Institut für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.