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MARCUS STEINWEG
 

INFINITESIMALPRÄSENZ LECTURE: GALERIE CARLIER | GEBAUER 20. MÄRZ 2010

20.03.2010 - 24.04.2010
Marcellvs L. | Infinitesimal
Eröffnung: 19.03., 18-21 Uhr
Eine Infinitesimalzahl ist größer als 0 und kleiner als die kleinste reele Zahl. Das Infinitesimal ist ungleich 0 ohne der Ordnung der reelen Zahlen anzugehören. Es indiziert eine weder der Ordnung der 0 (dem Nichts) noch der Ordnung der reelen Zahlen (der Realität) zugehörige „Größe“. Infinitesimalsubjekt nenne ich das Subjekt zwischen beiden Ordnungen. Zwischensubjekt zwischen der Ordnung des Realen und der Realität. Es gibt Kunst und Philosophie nur als Abstand zur Realität, als infinitesimale Resistenz. Philosophie und Kunst halten den Kontakt zum Realen, indem sie die Nähe zu ihm maximieren. In dieser Maximierung tritt die Objektivität der Objekte als reale hervor. Objekt ist, was dem Subjekt entgegensteht. Das Entgegenstehen (griech. antíkeimei) des Objekts ist die Form, in der es sich dem Subjekt einschreibt. Das Objekt ist schon da. Es steht in keinem nachträglichen, zu vernachlässigenden Bezug zum Subjekt. Man kann die Objektdimension als Raum eigentlicher Subjektivität definieren, seiner Indefinität. Das Subjekt ist ohne Subjektivität, weil die Dimension der Objektivität (d.h. hier: der Indefinität dessen, was dem Subjekt entgegensteht) seine Subjektivität ausmacht. Das Subjekt überfliegt diese Dimension, indem es sein Verhältnis zu ihr präzisiert. Immer geht es darum, den Kontakt zum Inkommensurablen zu intensivieren.