HaL Haus am Lützowplatz

Timm Ulrichs

Ich, Gott & die Welt

07 Mar - 02 Aug 2020

Timm Ulrichs beim Signieren der Plakate am Tag der Vernissage der leeren Ausstellungsräume im HaL am 6.3.2020. Foto: Matthias Reichelt
Vernissagepublikum in den leeren Räumen der Timm Ulrichs Ausstellung im HaL am 6.3.2020. Foto: Matthias Reichelt
Nico Anklam bei der Vernissage von Timm Ulrichs im HaL am 6.3.2020. Präsentation des ersten von 10 Werken. Foto: Matthias Reichelt
Nico Anklams Text zu den Landschaftsepiphanien wird um 00.00 Uhr von Marc Wellman plaziert im HaL am 7.3.2020. Foto: Matthias Reichelt
Blick in die Ausstellung von Timm Ulrichs im HaL am 15.3.2020. Foto Matthias Reichelt
Blick in die Ausstellung am 12.3.2020 in die sich von Tag zu Tag über 100 Tage akkumuliernde Ausstellung von Timm Ulrichs im HaL. Foto Matthias Reichelt
Blick in die Ausstellung mit der am 15.3.2020 aufgebauten Arbeit "Der wachsende Stein". Foto: Matthias Reichelt
Beim Aufbau des 13. Werks "Im Sockel vom Sockel" am 7.5.2020. Timm Ulrichs im HaL. Foto: Matthias Reichelt
Beim Aufbau des 13. Werks "Im Sockel vom Sockel" am 7.5.2020. Timm Ulrichs im HaL. Foto: Matthias Reichelt
Timm Ulrichs bei der Installation von "Home Sweet Home" für den folgenden Tag am 11.5.2020. Foto: Matthias Reichelt
TIMM ULRICHS
ICH, GOTT & DIE WELT. 100 TAGE – 100 WERKE – 100 AUTOREN
7. MÄRZ – 2. AUGUST 2020

Timm Ulrichs (*31. März 1940 in Berlin) erklärte sich 1961 zum „Ersten lebenden Kunstwerk“, eröffnete die „Werbezentrale für Totalkunst“ und adelte damit alle seine Lebensäußerungen en passant als Kunst. 1965 reichte er sich als Kunstwerk bei der „Juryfreien Kunstausstellung Berlin“ ein, wurde jedoch abgewiesen, weil er nicht vollständig von Hand hergestellt worden sei, wie Eberhard Roters, seinerzeit Mitglied der „Hängekommission“ im Auftrag der Ausstellungsleitung in einem Schreiben an den Künstler ausführte. Anlässlich seiner zweiten Selbstausstellung 1966 gab er konsequenterweise den folgenden Satz von sich: „Ich mache Theater, ich halte große Stücke auf mich, ich setze mich in Szene, ich produziere: mich.“

Seit 1960 entwickelt Ulrichs Ideen und materialisiert diese zu Werken. Im Laufe der Zeit hat er einen beachtlichen Fundus geschaffen, aus dem er immer wieder schöpft. Er macht sich zum Maß aller Dinge, erforscht und vermisst sich, setzt sich Pars pro Toto für die Menschheit ins Verhältnis zu Gesellschaft, Natur und Universum. Der Titel der Ausstellung, „Ich, Gott und die Welt“, ist von dem bekennenden Atheisten und Agnostiker aber gar nicht blasphemisch gemeint, sondern als Beschreibung seines Radius des Erkenntnisinteresses, das schier keine Grenzen kennt. Von Wiedererkennbarkeit findet sich in seinem Werk keine Spur. Ulrichs’ Kunstsprache ist polyglott; er bedient sich aller Gattungen und Genres. Seine Marke ist die Stil- und Markenlosigkeit bzw. das innewohnende intellektuelle Interesse an Erkundung der Wirklichkeit mittels künstlerischer Demonstrationen, Versuchsanordnungen sowie aus der Sprache entwickelten und zu Bildern geronnenen Gedanken.

Anlässlich seines 80. Geburtstags hält Timm Ulrichs inne und lässt sein bisheriges Werk beispielhaft anhand von 100 ausgewählten und von 100 Autorinnen und Autoren kommentierten Exponaten im Haus am Lützowplatz (HaL) Berlin Revue passieren.

Das streng formalisierte Ausstellungskonzept sieht bei der Eröffnung am 6. März 2020 einen leeren Raum vor, der sich ab dem folgenden Tag um jeweils ein Werk füllen wird. Die sich so über einen Zeitraum von exakt 100 Tagen akkumulierende Ausstellung bricht mit den üblichen Konventionen des Kunstbetriebs und verdreht sie auf der Zeitachse um 180 Grad. Zur Realisierung von Timm Ulrichs‘ Konzept setzt das Haus am Lützowplatz (HaL) vorübergehend seinen Schließtag aus. Für die Dauer der Ausstellung ist es auch am Montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Komplett ist die Ausstellung für nur einen Tag – zur Finissage am 02. August 2020. Am Ende liegt auch das 100-fache und in täglichen Tranchen gelüftete Geheimnis in Gestalt eines Buches zum Erwerb bereit.

Das Projekt wird organisiert von dem Kulturjournalisten Matthias Reichelt. Er verfolgt das Werk Timm Ulrichs seit langem und hat 1997 im Rahmen einer Arbeitsgruppe die Ausstellung „Der detektorische Blick“ von Timm Ulrichs in der NGBK verantwortet.

Unabhängig von den Planungen zur Ausstellung im Haus am Lützowplatz wurde Timm Ulrichs der Käthe-Kollwitz-Preis 2020 der Akademie der Künste Berlin zuerkannt. Die Verleihung findet am 23. Januar 2020 zur Eröffnung der damit verbundenen Ausstellung am Hanseatenweg statt (Laufzeit: 24. Januar – 1. März 2020).

Zur Finissage erscheint eine umfangreiche Publikation im Verlag für moderne Kunst, Wien. Die 100 Werke der Ausstellung werden darin von folgenden 100 Autorinnen und Autoren kommentiert:

Nico Anklam, Brigitte Baumstark, Kathrin Becker, Stefan Becker, Sven Beckstette, Aljoscha Begrich, Peter Bexte, Friedrich W. Block, Margrit Brehm, Jan Peter Bremer, Bazon Brock, Eberhard Brügel, Dieter Brunner, Sigrun Brunsiek, Ralf Burmeister, Amely Deiss, Klaus Peter Dencker, Kerstin Drechsel, Hajo Eickhoff, Peter Fabian, Klaus Ferentschik, Elisabeth Fiedler, Anne Frechen, Jens Friebe, Peter Friese, Ulrike Gerold, Annette Gilbert, Eckhart J. Gillen, Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Clara Gutmann, Wolfram Hänel, Ralf F. Hartmann, Axel Heil, Gunzi Heil, Martin Henatsch, Jens Hinrichsen, Tobias Hoffmann, Niklas Hoffmann-Walbeck, Marli Hoppe-Ritter, Kenneth Hujer, Georg Imdahl, Susanne Jakob, Robert Jelinek, Hans-Oiseau Kalkmann, Martin Kaltwasser, Thomas Kapielski, Susanne Kaufmann, Michael Klant, Jürgen Knubben, Thomas Knubben, Annette Ludwig, Danielle C. March, Astrid Mayerle, Gudula Mayr, Christiane Meixner, Birgit Möckel, Ursula Neugebauer, Petra Noll-Hammerstiel, Sven Nommensen, Susanna Partsch, Doris Paschiller, Gerhard Pfennig, Susanne Pfleger, Ulrich Pohlmann, Ursula Prinz, Jürgen Raap, Matthias Reichelt, Jörg Restorff, Gerda Ridler, Armin Rohde, Margit Rosen, Udo Scheel, Frederik Schikowski, Simone Schimpf, Karlheinz Schmid, Ansgar Schnurr, Dieter Scholz, Inka Schube, Georg Seeßlen, Ludwig Seyfarth, Josef Spiegel, Michael Stoeber, Barbara Straka, Ursula Ströbele, Franjo Tholen, Anne Thurmann-Jajes, Jelena Toopeekoff , Stephan Trescher, Hermann Treusch, Ferdinand Ullrich, Wolfgang Ullrich, Vlado Velkov, Robert von Lucius, Friederike Wappler, Peter Weibel, Friederike Weimar, Lambert Wiesing, Barbara Willert, Christoph Zuschlag
 

Tags: Nico Anklam, Brigitte Baumstark, Stefan Becker, Kathrin Becker, Sven Beckstette, Aljoscha Begrich, Peter Bexte, Friedrich W. Block, Margrit Brehm, Jan Peter Bremer, Bazon Brock, Eberhard Brügel, Dieter Brunner, Sigrun Brunsiek, Ralf Burmeister, Amely Deiss, Klaus Peter Dencker, Kerstin Drechsel, Hajo Eickhoff, Peter Fabian, Klaus Ferentschik, Elisabeth Fiedler, Anne Frechen, Jens Friebe, Peter Friese, Ulrike Gerold, Annette Gilbert, Eckhart J. Gillen, Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Clara Gutmann, Wolfram Hänel, Ralf F. Hartmann, Axel Heil, Gunzi Heil, Martin Henatsch, Jens Hinrichsen, Tobias Hoffmann, Niklas Hoffmann-Walbeck, Marli Hoppe-Ritter, Kenneth Hujer, Georg Imdahl, Susanne Jakob, Robert Jelinek, Hans-Oiseau Kalkmann, Folke Koebberling & Martin Kaltwasser, Thomas Kapielski, Susanne Kaufmann, Michael Klant, Thomas Knubben, Jürgen Knubben, Robert von Lucius, Annette Ludwig, Danielle C. March, Astrid Mayerle, Gudula Mayr, Christiane Meixner, Birgit Möckel, Ursula Neugebauer, Petra Noll-Hammerstiel, Sven Nommensen, Susanna Partsch, Doris Paschiller, Gerhard Pfennig, Susanne Pfleger, Ulrich Pohlmann, Ursula Prinz, Jürgen Raap, Matthias Reichelt, Jörg Restorff, Gerda Ridler, Armin Rohde, Margit Rosen, Udo Scheel, Frederik Schikowski, Simone Schimpf, Karlheinz Schmid, Ansgar Schnurr, Dieter Scholz, Inka Schube, Georg Seeßlen, Ludwig Seyfarth, Josef Spiegel, Michael Stoeber, Barbara Straka, Ursula Ströbele, Franjo Tholen, Anne Thurmann-Jajes, Jelena Toopeekoff, Stephan Trescher, Hermann Treusch, Ferdinand Ullrich, Wolfgang Ullrich, Timm Ulrichs, Vlado Velkov, Friederike Wappler, Peter Weibel, Friederike Weimar, Lambert Wiesing, Barbara Willert, Christoph Zuschlag