Hamburger Bahnhof

There is never a stop and never a finish

05 May - 19 Aug 2007

THERE IS NEVER A STOP AND NEVER A FINISH
IN MEMORIAM JASON RHOADES
5 May - 19 Aug 2007

Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof
Isa Genzken, Andreas Hofer, Martin Kippenberger, Paul McCarthy, Otto Muehl, Albert Oehlen, Raymond Pettibon, Francis Picabia, Jason Rhoades, Dieter Roth, Cindy Sherman, Daniel Spoerri

Die nächste Ausstellung in den Rieckhallen ist dem jüngst verstorbenen amerikanischen Künstler Jason Rhoades gewidmet, der in der Friedrich Christian Flick Collection mit einem großen Werkkonvolut vertreten ist. Ausgehend von seinen monströsen, raumfüllenden Installationen mit Objekten aus dem Heimwerkermarkt, aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik und des alltäglichen Konsums spürt die Ausstellung dem Phänomen Trash in der bildenden Kunst seit den 1960er Jahren nach.

Verschiedene Facetten dieses Phänomens werden vorgestellt: Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit Akkumulationen von Alltagsmaterialien in greller Farbigkeit oder von verderblichen Materialien. Sie greifen Motive und Themen aus der Comic- und Science-fiction-Literatur auf und holen Spielautomaten oder Rennwagen ins Museum. In der Malerei verweigern sie Pathos und Erhabenheit und kultivieren einen Stil des schlechten Geschmacks. Mit ihren oft spektakulären Werken und Aktionen bewegen sie sich im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Formgebung und Formauflösung und berühren dabei die Frage nach Vergänglichkeit und Überleben von Zivilisation.

Das als Abfall und Plastikmüll Ausgesonderte und Wertlose wird in den Materialanhäufungen von Dieter Roth, Daniel Spoerri, Isa Genzken und Jason Rhoades kunstwürdig. Otto Muehl und Paul McCarthy konfrontieren den Betrachter in ihren Materialaktionen mit ‚schmutzigen’ Bildern, die Abwehrreaktionen und Ekel hervorrufen. Zu den zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, die sich heute mit den populärkulturellen Bildwelten von Comics, Science Fiction, Fantasy oder dem Film noir auseinandersetzen, gehören Raymond Pettibon und Andreas Hofer. Eine trashige Malweise und beissende Ironie führen Martin Kippenberger und Albert Oehlen gegen hohles Pathos und „regressive“ Expressivität ins Feld.

Die Arbeit mit Alltagsmaterialien und Zitaten aus der Populärkultur geht zumeist einher mit obsessivem Produzieren, mit einer bis in den Exzess getriebenen Verausgabung, die auf paradoxe Weise die mit dem Trash verbundene Entauratisierung der Kunst durch großen Materialaufwand zu überbieten sucht. In dieser Geste des Überbietens – „there is never a stop and never a finish“ (Jason Rhoades) – lässt sich auch der Versuch einer Subversion des Todes erkennen.

Kuratiert von Gabriele Knapstein in Zusammenarbeit mit Melanie Franke

www.hamburgerbahnhof.de
 

Tags: Isa Genzken, Andy Hope 1930, Martin Kippenberger, Gabriele Knapstein, Gabriele Knapstein, Paul McCarthy, Otto Muehl, Albert Oehlen, Raymond Pettibon, Francis Picabia, Jason Rhoades, Dieter Roth, Cindy Sherman, Daniel Spoerri