Linn Lühn

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William N. Copley

07 Nov 2009 - 08 Jan 2010

William N. Copley
So don ́t look, 1987
Acrylic, oil, lace and pearl buttons on canvas
77 x 132 cm/ 30.3 x 52 inches (unframed)
WILLIAM N. COPLEY

November 7, 2009 – January 2010

William N. Copley (1919 – 1996) war im Laufe seines Lebens mutiger - wenn auch erfolgloser - Galerist, Künstler, weitsichtiger Kunstsammler, Autor und Herausgeber. In Beverly Hills, das Copley als „eine intellektuelle Wüste“ bezeichnete, eröffnete er in den 1940er Jahren die ́Copley Galleries ́ und stellte dort u.a. die Surrealisten Marcel Duchamp, Rene Magritte und Max Ernst aus. Dies zu einer Zeit, als diese Bewegung in den USA noch völlig unbekannt war.
Unter anderem durch den Kontakt und die Freundschaften mit diesen Künstlern wurde Copley selber zum Künstler. Seinen künstlerischen Ansatz entwickelte er unabhängig von Strömungen und Trends seiner Zeit. Er revolutionierte mit seinem eigenen und auch eigensinnigen Stil die amerikanische Kunst. Mit seinen autodidaktischen Freiheiten und seinem am Surrealismus geschulten Blick wurde er in den 50er und 60er Jahren zu einem Vorreiter der aufkommenden Pop Art. So integrierte er als einer der Ersten Motive des amerikanischen Alltags in sein Werk, bevor die Pop Art dies in der Kunstwelt etablierte.

Er war mit vielen Künstlern seiner Zeit sehr eng befreundet und in ihren Ateliers zu Hause. So konnte er zum Beispiel für die von ihm organisierte Edition SMS (Shit must Stop) von 1968/69 mit 73 Multiples unter anderem auf die Mitarbeit von Künstlern wie Bruce Nauman, Claes Oldenburg, Marcel Duchamp, Joseph Kosuth, Man Ray, Arman, John Cage, Roy Lichtenstein, Meret Oppenheim, Dieter Roth, Yoko Ono, Walter de Maria oder La Monte Young zählen.

Im Laufe seines Lebens baute Copley eine beachtliche Kunstsammlung auf, die unabhängig von seinem eigenen Werk seinen autonomen künstlerischen Weitblick zeigt. Teile der Kunstsammlung wurden 1979 in einer viel beachteten Auktion bei Sotheby’s in New York versteigert.

William N. Copleys Werk ist voller Lebendigkeit, Witz und Erotik. Seine Interieurs und Straßenszenen bürsten die bildungsbürgerliche Nachkriegsgesellschaft kräftig gegen den Strich. Von Kennern und Künstlerkollegen wird Copley mit seinem freien und unorthodoxen Geist seit langem hoch geschätzt und übt bis heute großen Einfluß auf zeitgenössische Künstlergenerationen aus. In der öffentlichen Rezeption ist er noch immer weitestgehend ein Geheimtipp geblieben.

In der aktuellen Ausstellung zeigen wir Zeichnungen - u. a. aus der Serie der Strumpet Muse, die 1995 in der Kestner Gesellschaft in Hannover ausgestellt wurden - und ein Bild aus den Jahren 1983 – 1994.

William N. Copley nahm u.a. an der Documenta 5 und 7 teil und ihm wurden zahlreiche internationale Museumsausstellungen gewidmet (u.a.: Stedelijk Museum, Amsterdam; ICA, London; Kunsthalle Bern; Centre G.Pompidou, Paris; Stedelijk Van Abbe Museum, Eindhoven, Bonnefanten Museum, Maastricht, Kestner Gesellschaft, Hannover).
 

Tags: Arman, John Cage, William N. Copley, Marcel Duchamp, Max Ernst, Joseph Kosuth, Roy Lichtenstein, René Magritte, Walter de Maria, Bruce Nauman, Claes Oldenburg, Yoko Ono, Meret Oppenheim, Man Ray, Dieter Roth